Energie aus Biomasse – Nachhaltig und Effizient? Aktuelles aus der praxisorientierten Forschung im Bioenergiesektor

Potsdam, 14.11.2011: Auf dem 3. Statuskolloquium des BMU-Förderprogramms "Energetische Biomassenutzung" trafen sich am 8. und 9. November 2011 in Potsdam Fachleute aus ganz Deutschland, die sich in ihren Vorhaben mit einer sicheren, effizienten und nachhaltigen Energieversorgung aus Biomasse beschäftigen. Bereits abgeschlossene Vorhaben präsentierten ihre Ergebnisse, laufende Projekte informierten über Netzwerke und Strategieentwicklungen. Neue Vorhaben traten vor allem mit Technologie- und Verfahrensoptimierungen in Erscheinung.

 

Auf zwei Jahre erfolgreiche Projektarbeit können die Teilnehmer des 3. Arbeitsund Informationstreffens des BMU-Förderprogramms „Energetische Biomassenutzung“ zurückblicken. Sie stellten neben vielversprechenden Verfahrensentwicklungen auch zahlreiche Konzepte und Optimierungsansätze vor. Zum Beispiel wurden katalytische Abgasreinigungsverfahren für Biomassekleinfeuerungen untersucht, um die Emissionen zu verringern. Ein weiteres Vorhaben präsentierte Szenerien für Bioraffinerien und deren mögliche Einbindung ins Energiesystem. Neue Projekte beschäftigen sich u.a. mit Verfahren wie der Torrefizierung oder Pyrolyse. Sowohl an der Optimierung von Verbrennungsprozessen als auch auf dem Gebiet der Gasaufbereitung in Biogasanlagen wird aktuell und zukünftig intensiv geforscht.

Durch die Verpflichtung, Energie- und Wärme aus Biomasse klimaeffizient und nachhaltig zu erzeugen, wurde eine Diskussion zu Nachhaltigkeitskriterien angestoßen, die die gesamte Prozesskette von der Bereitstellung der Rohstoffe bis hin zur Einspeisung der Energie betreffen. Dr. Daniela Thrän von der Programmbegleitung des Förderprogramms forderte hierzu: „Wir benötigen klare Prioritäten bei der Bewertung der Nachhaltigkeit, die der Expertise der Vorhaben aber auch der öffentlichen Debatte Rechnung tragen.“

Neben der Diskussion um die relevanten Nachhaltigkeitskriterien im Förderprogramm, wurden erste Schritte im Harmonisierungsprozess von angewendeten Methoden eingeleitet. Die Wissenschaftler verständigten sich über Messverfahren und angewendete Methoden, um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse und Daten zu gewährleisten. Hierzu wurden auf dem Statuskolloquium gemeinsam erstellte Arbeitsversionen des Methodenhandbuchs „Stoffstromorientierte Bilanzierung der Klimagaseffekte" und der „Methodensammlung Biogas – Methoden zur Bestimmung von analytischen und prozessbeschreibenden Parametern im Biogasbereich“, sowie des „Messhandbuchs Feinstaub – Methodenvorschlag zur Feinstauberfassung an Feuerungsanlagen für feste biogene Brennstoffe“ vorgestellt, die für die Projekte konkrete Rahmenbedingungen und Handlungsanweisungen formulieren.

Das Förderprogramm:
Im April 2009 startete das mit 30 Millionen Euro unterstützte Förderprogramm zur Optimierung der energetischen Nutzung von Biomasse. Derzeit arbeiten insgesamt 63 Vorhaben bzw. 143 Einzelprojekte innerhalb des Förderprogramms, das im August 2011 mit der aktualisierten Förderbekanntmachung eine Neuausrichtung erfahren hat. Insbesondere Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur praxistauglichen Weiterentwicklung wettbewerbsfähiger Technologien, systemflexible Anlagenkonzepte und Produkte für eine nachhaltige und effiziente Erzeugung von Strom und Wärme aus Biomasse, insbesondere aus biogenen Restund Abfallstoffen stehen im Fokus der Förderung. Stichtag für die Einreichung neuer Projektskizzen beim Projektträger Jülich (PtJ) ist der 22. November 2011. Das Deutsche BiomasseForschungsZentrum ist für die wissenschaftliche Begleitung des Förderprogramms zuständig und bildet eine Schnittstelle zwischen Ministerium, Projektträger Jülich und Akteuren. Mit der fachlichen und administrativen Koordination des Förderprogramms hat das BMU den Projektträger Jülich (PtJ) beauftragt.

 

Kontakt:
Deutsches BiomasseForschungsZentrum (DBFZ)
Torgauer Straße 116
04347 Leipzig

Telefon: 0341-2434-457
E-Mail: angela.groeber(at)dbfz.de
Web: www.energetische-biomassenutzung.de

 

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